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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2013

AutorInnen: Binder, Christina

Titel: Eine retrospektive Studie zur Frakturversorgung und Komplikationen proximaler Tibiafrakturen beim wachsenden Hund.

Titelvariante: A retrospective study on fracture management and complications of proximal tibial fractures in skeletally immature dogs

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 103.


Betreut von:

Dupré Gilles
Gradner Gabriele

Begutachtet von:
Thalhammer Johann

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Kleintierchirurgie


Abschluss Datum: 09.04.13


Abstract:
Für die vorliegende Diplomarbeit konnten die Daten von 18 Hunden, die von 2005 bis 2011 aufgrund einer proximalen Tibiafraktur an der Kleintierchirurgie der Veterinärmedizinischen Universität Wien chirurgisch behandelt wurden, ausgewertet werden. Die Patienten gehörten überwiegend kleinen Hunderassen (78%) an, wogen zum Zeitpunkt der Operation zwischen 1,1 und 23 kg (MW = 7,9 ± 8,6 kg; Md = 3,95 kg, Q1 = 2,3 kg, Q3 = 6,88 kg) und waren zwischen neuneinhalb und 28 Lebenswochen (MW = 21 ± 6 Wochen; Md = 21 Wochen, Q1 = 16,5 Wochen, Q3 = 25 Wochen) alt. In allen außer einem Fall (94,44 %) wurde die Fraktur durch ein geringes Trauma verursacht. Bei acht von 18 Hunden (44,44 %) wurde eine Salter- Harris-Fraktur diagnostiziert, in sieben von acht Fällen (87,5 %) kombiniert mit einer Avulsionsfraktur vom Typ I bis Typ III (VON PFEIL, 2009). Von 18 Hunden erlitten fünf (27,78 %) eine separate Avulsionsfraktur, fünf weitere Hunde (27,78 %) eine metaphysäre Fraktur. Der Zeitraum post Trauma bis zur Operation betrug zwischen wenigen Stunden und 18 Tage (MW = 5 ± 5 Tage; Md = 4 Tage, Q1 = 1 Tag, Q3 = 6 Tage). 15 von 18 Hunden (83,33 %) wurden chirurgisch mit Pins versorgt, die Entfernung der Implantate und das Follow-Up bis zur Heilung betrugen zwischen zwei und zwölfeinhalb Wochen (MW = 4,5 ± 3 Wochen; Md = 4 Wochen, Q1 = 3 Wochen, Q3 = 4,5 Wochen). Die Hypothese, dass 30 % Komplikationen post Trauma bei Patienten mit proximalen Tibiafrakturen auftreten, konnte mittels Berechnung eines Chi²-Vierfeldertests (p = 0,0027) und eines Konfidenzintervalls widerlegt werden. Die Komplikationsrate von 66,7 % (12/18) übertrifft die Annahme von ursprünglich 30 % um mehr als das Doppelte. Dazu zählten ein Hund (5,56 %) mit Osteomyelitis und Malunion, sieben Hunde (38,89 %) mit Implantatlockerung beziehungsweise Implantatmigration, die bei zwei Hunden (2/7) in eine Malunion resultierte (wovon ein Hund zusätzlich eine Patellaluxation erlitt), bei einem Hund (1/7) mit einem fortschreitenden Apophysenfugenschluss kombiniert war und bei einem (1/7) mit einer Patellaluxation. Zwei Hunde (11,11 %) erlitten eine Malunion, (ein Hund von diesen zusätzlich eine Patellaluxation), bei einem Hund (5,56 %) trat ein fortschreitender Apophysenfugenschluss und bei einem (5,56 %) eine Patellaluxation 3. Grades auf. Zum Zeitpunkt der Abschlussuntersuchung (Range = 1,5 – 37,5 Wochen; MW = 7 ± 9 Wochen; Md = 4 Wochen, Q1 = 2 Wochen, Q3 = 6,5 Wochen) zeigte die Mehrheit der Hunde keine bis milde Lahmheiten, was darauf schließen lässt, dass die Folgen der Komplikationen von den meisten Hunden gut kompensiert werden konnten. Dies wurde auch durch die telefonische Auskunft durch die Besitzer bestätigt, wovon die Hälfte angab, dass das Gangbild ihres Hundes störungsfrei sei.

Schlagworte:
Hund, Salter-Harris-Fraktur, Avulsionsfraktur der Tuberositas Tibiae, Metaphysäre Fraktur, Komplikationen, Implantatlockerung


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