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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2014

AutorInnen: Hohensinn, Nicole

Titel: Vergleich zweier Platzierungstechniken von Ösophagostomiesonden bei Hunden und Katzen.

Titelvariante: Comparison of two different techniques for oesophagostomy tube placement in dogs and cats

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 61.


Betreut von:

Dupré Gilles

Begutachtet von:
Thalhammer Johann

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Kleintierchirurgie


Abschluss Datum: 14.01.14


Abstract:
Ziel dieser prospektiven Studie war der Vergleich zweier Setztechniken von Ösophagostomiesonden. Es wurde eine verkürzte Platzierungszeit bei ähnlicher intra- und postoperativer Komplikationsrate mit der modifizierten Methode nach von WERTHERN mittels Applikators (Gruppe B) im Vergleich zur konventionellen Setztechnik mittels Rochester-Péans (Gruppe A) erwartet. Zusätzlich wurde eine kürzere Setzzeit bei zunehmender Erfahrung der insgesamt neun OperateurInnen angenommen. In Erfahrungsstufe 1 hatte der/die Chirurg/in unter zehn, in Erfahrungsstufe 2 bereits 10-50 und in Erfahrungsstufe 3 über 50 Ösophagostomiesonden mit der jeweiligen Platzierungstechnik gesetzt. Gemessen wurde die Zeit in Sekunden vom Einführen des Péans bzw. des Applikators in die Maulhöhle bis zur Entfernung desselben aus dem Maul. Mit einem Gewicht von 2-10 kg wurden neun inappetente Hunde sowie 41 Katzen in die Studie inkludiert und randomisiert auf die beiden Gruppen (n=25/Gruppe) aufgeteilt. Eine 15 French Polyurethansonde wurde verwendet. In Gruppe B musste bei zwei Katzen nach einem misslungenen Platzierungsversuch aufgrund einer Lazeration der Vena jugularis mit anschließend hgr. Blutung bzw. massiver Adipositas die Technik der Gruppe A angewandt werden. Beide Patienten wurden von der weiteren Statistik ausgeschlossen. Die durchschnittlichen Setzzeiten von Gruppe A (135±53 s) und B (123±71 s) unterschieden sich nicht signifikant (p=0,486). Die beiden Gruppen konnten nur bzgl. Erfahrungsstufe 2 miteinander verglichen werden. Die Setzzeit war in dieser Erfahrungsstufe (Gruppe A: 147±55 s; Gruppe B: 118±48 s) bei Gruppe B um 20 %, jedoch nicht signifikant, kürzer (p=0,183). Die intra- und postoperative Komplikationsrate wiesen keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen auf (p=0,085; p=0,252). Gruppe A präsentierte jedoch signifikant mehr zusätzliche intraoperative Probleme (p=0,002). Während der Sondenverweildauer lag in Gruppe A ein höheres Risiko für das Auftreten einer Entzündung im Stomabereich (Gruppe A: n=18; Gruppe B: n=11) und eines Futteraustrittes aus dem Stoma (Gruppe A: n=4; Gruppe B: n=2) vor, wohingegen in Gruppe B Vomitus häufiger auftrat (Gruppe A: n=5; Gruppe B: n=7). In fünf Fällen kam es zu einer unbeabsichtigten Sondenentfernung durch die Patienten selbst (Gruppe A: n=2; Gruppe B: n=3). Zusammenfassend war keine Technik der anderen überlegen. Es traten keine lebensbedrohlichen Komplikationen, sehr wohl aber einige ernsthafte, wie eine Lazeration der Drosselvene, Schluckbeschwerden (Gruppe A: n=1) und ein Horner-Syndrom (Gruppe A: n=2; Gruppe B: n=1), auf.

Schlagworte:
Kleintiere / enterale Ernährung / Sondeneinführer nach von Werthern / Ösophagostomiesonde


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Hohensinn, N; Doerfelt, R; Doerner, J; Dupré, G (2013): Vergleich zweier Platzierungstechniken von Ösophagostomiesonden bei Hunden und Katzen. Wien Tierarztl Monat (100), 3-4 61-71.

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