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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Publizierter (zitierfähiger) Beitrag für wissenschaftliche Veranstaltung in Proceedings (A2)
Dokumenttyp: Abstract
Vortragstyp: Vortrag

Jahr: 2010

AutorInnen: Lechner, W; Heiss, E; Schwaha, T; Glösmann, M; Ladich, F

Titel: Ontogenetische Entwicklung der Weberschen Knöchelchen und des Hörvermögens beim Tanganjika-Stachelwels Lophiobagrus cyclurus.

Quelle: -Generierung, Analyse und Visualisierung morphologischer Datensätze. 3. Graduiertenforum der DFG-Fachgruppe Morphologie; Oct 21-24, 2010; Vienna, Austria.

Autor/innen der Vetmeduni Vienna:

Glösmann Martin

Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik, Abteilung für Physiologie, Pathophysiologie und experimentelle Endokrinologie


Abstract:
Der Zusammenhang zwischen der ontogenetischen Entwicklung des Hörens und der morphologischen Strukturen ist bei Fischen weitgehend unbekannt. Wir haben bei Lophiobagrus cyclurus (Siluriformes: Claroteidae) die Entwicklung des Weberschen Apparates und des Hörvermögens an Individuen von 0.04 g (11.3 mm Standardlänge) bis 15.8 g (83.9 mm), eingeteilt in fünf Größengruppen, studiert. Die morphologischen Strukturen wurden mittels klassischer Sektionen, Paraffin- und Semidünn-Schnittserien sowie Mikro- Computertomographie untersucht; von Semidünn-Schnittserien und Micro-CT Aufnahmen wurden 3d-Rekonstruktionen erstellt. Die Hörschwellen wurden durch Ableitung von akustisch evozierten Potentialen (AEP-Aufnahmetechnik) bestimmt. Der Webersche Apparat war bei der kleinsten Gruppe unvollständig entwickelt. Individuen dieser Gruppe besaßen weder ein Intercalarium noch Interossicular-Ligamente, und der Tripus war noch nicht vollständig ausgebildet. Die kleinsten Individuen wiesen auch das geringste Hörvermögen auf und waren nicht imstande, Frequenzen über 2-3 kHz wahrzunehmen. Die größeren Stadien besaßen einen komplett entwickelten Weberschen Apparat (Tripus, Intercalarium, Scaphium, Claustrum, Interossicular-Ligamente). Die Hörempfindlichkeit verbesserte sich bis zu 40 dB, und der wahrnehmbare Frequenzbereich erweiterte sich auf bis zu 6 kHz. In jenen Größengruppen, die Töne bis zu 6 kHz wahrnehmen konnten, wiesen größere Individuen bessere Hörfähigkeiten im tieferen Frequenzbereich (50 Hz bis 1 kHz) auf, während kleinere Individuen im höheren Frequenzbereich (4 bis 6 kHz) besser hörten. Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei L. cyclurus die Verbesserung des Hörvermögens (Hörschwelle, Frequenzbereich) mit der Entwicklung des Weberschen Apparates einhergeht. Wir nehmen an, dass dies bei allen Otophysen der Fall ist, auch wenn Ergebnisse, die zuvor am Zebrafisch Danio rerio gewonnen wurden, dem widersprechen.


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