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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Lambacher, Bianca

Titel: Erhebung des Endoparasitenstatus bei Neuweltkamelen in Österreich.

Titelvariante: Endoparasites of South American Camelids in Austria

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 48.


Autor/innen der Vetmeduni Vienna:

Lambacher Bianca

Betreut von:
Franz Sonja

Begutachtet von:
Duscher Georg


Abstract:
Eines der bedeutendsten Gesundheitsprobleme im Haltungsmanagement von Neuweltkamelen weltweit stellt die Bekämpfung von Endoparasiten dar. Große wirtschaftliche Verluste bis hin zum Tod der Tiere können die Folge dieser Erkrankung sein. Um die Prävalenz und Verteilung von Endoparasiten bei Neuweltkamelen in Österreich darzustellen und regionale Parasitenbekämpfungsstrategien zu erarbeiten, wurde erstmals eine österreichweite Studie durchgeführt. Insgesamt wurden von 469 klinisch gesunden Neuweltkamelen aus 86 Betrieben aller österreichischen Bundesländer Kotproben rektal entnommen und gepoolt. Diese 145 Sammelkotproben wurden mittels Sedimentation, Sedimentation / Flotation und der Baermann-Wetzel-Technik untersucht. Bei Eimeria spp., Nematodirus spp., Trichuris spp., Capillaria spp. und Moniezia spp. wurde eine Differenzierung des Genus, bei den gastrointestinalen Strongyliden (GIS), Eimeria macusaniensis, Fasciola hepatica und Dicrocoelium dendriticum eine Speziesdifferenzierung durchgeführt. Die am häufigsten nachgewiesenen Endoparasiten waren GIS (82,8 % der Proben), gefolgt von Eimeria (77,2 %). Die Eier von Nematodirus spp., Trichuris spp. und Capillaria spp. konnten in 44,8 %, 22,8 % bzw. 16,6 % der Proben detektiert werden. D. dendriticum wurde in 17,2 % und E. macusaniensis in 11,0 % der Proben festgestellt. Nur wenige Proben waren positiv für Moniezia (0,7 %) und F. hepatica (0,7 %). Lungenwürmer wurden in keiner der Proben nachgewiesen. Im Vergleich der südlichen, nördlichen, westlichen und östlichen Regionen Österreichs konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich der Parasitenverteilung aufgezeigt werden. Dennoch wurde ein vermehrtes Vorkommen von E. macusaniensis im Süden, Nematodirus spp. als auch Capillaria spp. im Norden und D. dendriticum im Süden und Westen erfasst. Während Kokzidien der Gattung Eimeria spp. als streng wirtsspezifisch beschrieben und vermutlich über Importtiere nach Europa eingeführt werden, gelten die verschiedenen Gattungen der Nematoden sowie der kleine Leberegel als speziesübergreifend und können zwischen den verschiedenen Wiederkäuern übertragen werden. Dies kann zu großen Gesundheitsproblemen als auch zu hohen wirtschaftlichen Verlusten führen. Lungenwürmer, Bandwürmer und der große Leberegel spielen, trotz einer hohen Prävalenz in österreichischen Wiederkäuerbetrieben bei österreichischen Neuweltkamelen offenbar nur eine untergeordnete Rolle.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Lambacher, B; Wittek, T; Joachim, A; Dadak, A; Stanitznig, A; Hinney, B; Tichy, A; Duscher, G; Franz, S (2016): From the New World to the Old World: endoparasites of South American Camelids in Austria. Wien Tierarztl Monat. 2016; 103(1-2): 33-42.

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